Diese Website verwendet Cookies um die User Experience zu verbessern. Indem Sie auf "Schließen" klicken bzw. die Website weiter verwenden, stimmen Sie der Cookie Nutzung zu. Hier finden Sie weitere Informationen zu Cookies.

Österreich und Fußball?

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien neigt sich dem Ende zu. Österreich und Tschechien sind diesmal im Gegensatz zur erfolgreichen deutschen Mannschaft nicht dabei. Das war aber nicht immer so, gerade in den Anfangsjahren des Fußballs konnte Österreich mit der Weltspitze mithalten. Das österreichische „Wunderteam“ der 30er-Jahre besiegte Deutschland etwa mit 6:0, die damals sehr starken Ungarn sogar mit 8:2. Im Dezember 1932 brachte man die bis dahin ungeschlagenen Engländer – die Erfinder des Fußballs – im eigenen Land an den Rand der Niederlage, musste sich aber schlußendlich mit 3:4 geschlagen geben.


Dennoch galt das damals für eine Mannschaft vom Kontinent als Sensation und so fuhr die österreichische Mannschaft als einer der Topfavoriten zur Weltmeisterschaft 1934 nach Italien. Die Engländer waren übrigens nicht dabei – aus Protest, dass die WM nicht im Mutterland des Fußballs ausgetragen wurden.  Österreich verlor im Halbfinale nach zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen gegen den Gastgeber Italien, der im Finale die Tschechoslowakei besiegte. Vier Jahre später war Österreich durch den „Anschluss“ bereits Teil des Deutschen Reiches geworden und konnte nicht als eigenständiges Land teilnehmen. Der bedeutendste Spieler des Wunderteams, Matthias Sindelar, genannt der „Papierene“ wurde in einer kürzlich veröffentlichten Liste der 100 bedeutendsten Spieler der Wm-Geschichte auf Platz 93 gereiht.

 

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es noch österreichische Fußballerfolge, so etwa wurde Österreich Dritter bei der WM 1954 in der Schweiz. Auch bei der WM 1978 waren die Österreicher dabei und stießen bis unte  die besten 8 vor, verloren dort aber gegen die Niederlande und spielte im letzten – für Österreich bereits bedeutungslosen Spiel – gegen den „Lieblingsgegner“ Deutschland, der noch geringe Chancen hatte, sich mit einem Sieg fürs Finale zu qualifizieren. Doch sehen Sie selbst:

 

 

Das legendäre 3:2 von Cordóba und seine Protagonisten bestimmte lange Jahre den österreichischen Fußball, was diesem beileibe nicht immer gut tat. Die folgenden Jahre waren dann auch eher von chronischer Erfolglosigkeit gezeichnet, der negative Höhepunkt war ein 0:1 gegen die Färoer-Inseln (1990) und 0:9 Niederlage gegen Spanien im Jahr 1999. Zur Halbzeit stand des 0:5, die messerscharfe Pausenanalyse des Innenverteidigers Toni Pfeffer: „Hoch werden wir es nicht mehr gewinnen“.

 

 

Nur noch 1990 und 1998 nahm Österreich an Weltmeisterschaften teil, schied jedoch jeweils in der Vorrunde aus. Es gibt jedoch nicht nur historisch, sondern auch sprachliche Unterschiede zwischen dem österreichischen und deutschen Fußball wie folgende Tabelle zeigt:

Fußballbegriff österreichisch

So sagen es die Deutschen

und tschechisch

Ankick

Anstoß

výkop

Außenpracker

Außendecker

záložník

Corner

Ecke

roh

Dribblanski

technisch hervorragender Spieler

technicky vynikající hráč

Eiergoalie (schlechter Tormann)

Fliegenfänger

hadr, síto

Ferserl

Hacke

patička

Gurkerl

Tunnel oder Beinschuss

jesle

Häferl

leicht reizbarer, aufbrausender Spieler

horká hlava

Haut oder Wuchtel

Ball oder Pille

meruna, cunda

Jausengegner

leichter Gegner

lehký soupeř

Kreuzeck

obere Ecke des Tores

šibenice, vingl

Lochpass

in die Gasse spielen

přihrávka do uličky

Outwachler

Linienrichter

čárový rozhodčí

Spitz

Pieke oder Picke

bodlo

Stange

Pfosten

tyčka

Stanglpass

Querpass vor dem Tor

centr, přihrávka před bránu

Türl, Goal oder Hittn

Tor oder Kiste

gól, banán

An diesen Beispielen kann man schön erkennen, dass im Fußball gerne eine bildhafte Sprache verwendet wird. Wie es aussieht, wenn diese Sprache wortwörtlich verstanden wird, sehen Sie im letzten Video: